Geburt

Ihr entscheidet das Wo und Wie

Was bevorsteht, ist gleichzeitig wunderschön und unfassbar schmerzhaft. Es ist ein sehr schwerer Weg, auf dem ihr nun gehen werdet und wir möchten euch von ganzem Herzen viel Kraft wünschen! Die unten aufgeführten Dinge sollen euch Hilfestellung sein. Vielleicht ist etwas dabei, dass ihr für euch herausnehmen könnt.

Wahl des für euch richtigen Geburtsortes 

Sammelt Informationen über Krankenhäuser, in denen ihr euch eine Entbindung vorstellen könnt. (leider gehen nicht alle Krankenhäuser angemessen mit Kindern, die sterben müssen, um. Empfehlungen könnt ihr euch aus (Facebook-) Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen o.ä. holen). Es ist von großem Vorteil, wenn ihr dem ausgewählten Krankenhaus klar mitteilt, was ihr wollt und was nicht. Gerade wenn es darum geht, was man beispielsweise bei auftretenden Komplikationen während oder nach der Geburt unternimmt. Denn wenn eurer Baby die Chance auf ein „lebendiges auf die Welt kommen“ hat, ist es gut, diese Überlegungen zu machen. Hierbei geht es unter anderem um die wichtige Entscheidung, ob ihr eine Maximalbehandlung (Reanimation oder Beatmung) oder eine palliative Behandlung für euer Wunder in Anspruch nehmen werdet. Auch hier möchten wir betonen: Lasst euch nicht in eure eigenen Überlegungen reinreden. Trefft nur die Entscheidungen, mit denen es euch gut geht! Oft kann man die „Endentscheidung“ erst in der “ finalen“ Situation fällen; dennoch ist es von großem Wert, wenn das Krankenhaus von eurer Einstellung im Voraus erfährt. Auch könnt ihr schon im Vorhinein schon mit den Ärzten/ Hebammen besprechen, dass ihr ein Familienzimmer nur für euch haben wollt. Manchmal muss man auch in diesem Punkt sehr hartnäckig sein, um dies zu bekommen. Die Kosten für dieses Zimmer werden von den Krankenkassen übernommen. Dazu muss jedoch der behandelte Arzt ein vorgegebenes Formular, das jedes Krankenhaus besitzt, unterschreiben. Wichtig ist zudem, das der Papa seine Versichertenkarte vorlegen kann.

Sucht so früh wie möglich nach einer Hebamme (da diese meist sehr schnell ausgebucht sind). Gut ist es, eure Situation zu schildern, evtl. hat sie weitere gute Adressen für euch. Wenn ihr es ermöglichen könnt, ist es von Vorteil dass ihr eine Vertrauensperson als Beistand mit zur Geburt bzw. mit ins Krankenhaus nehmt. So seid ihr nicht ganz auf euch alleine bzw. nur auf die fremden Ärzte/ Hebammen angewiesen. Wir haben schon von einigen Frauen mitbekommen, wie schrecklich sie diesen Umgang von Hebammen und Ärzten, mit ihren Gefühlen und ihrer Entscheidung umgegangen wurde, fanden. Eine Begleitperson kann einem in dieser oft schweren Auseinandersetzung mit Ärzten und Hebammen unterstützen und das Recht des Patienten einzufordern helfen.

Im Normalfall können Mütter ihr Baby auch Zuhause bekommen. Hierbei macht es Sinn, eine Hausgeburten-Hebamme hinzu zu ziehen. Bei einer Einleitung ist im Regelfall ein Klinikaufenthalt notwendig. Ihr könnt aber auch mit eurer Hebamme und eurem Gynäkologen besprechen, ob eine ambulante Einleitung möglich ist. Zudem kann man auch nach Absprache mit Ärzten/ der Hebamme, erst einmal ein paar Tage abwarten, ob die Geburt nicht doch noch von alleine beginnt. Wie lange man Zuhaus bleiben kann, muss individuell betrachtet und entschieden werden. Auch hier gilt: Solange es der Mutter körperlich gut geht, sie keine Infektanzeichen wie Fieber, Schüttelfrost, Blutungen und Kreislaufbeschwerden, sowie Übelkeit, Erbrechen uns starke Bauchschmerzen bekommt, kann man abwarten. Prinzipiell gilt, das man niemanden zu einer Behandlung zwingen kann. Wichtig ist jedoch, das man nach der Geburt eine Ultraschalluntersuchung durchführen lässt, um sicher zu gehen, das auch keine Gewebsrückstände zu sehen sind. Wenn ihr einen Hausgeburtsbericht einer Sternenmutter lesen wollt, klickt hier.

Art der Geburt

Wir sind der Meinung, dass es jeder Frau selbst überlassen werden muss, auf welchem Weg sie ihr Kind zur Welt bringen möchte und was sie in ihrer Situation für richtig hält. Die Gründe sein Baby auf normalem Wege zu bekommen werden in der Aufrechterhaltung bzw. Intensivierung der Bindung und Beziehung zum Kind, sowie – bei einer stillen Geburt – in der Vermeidung möglicher Komplikationen (die es sehr wohl gibt!) und Narbenbildung gesehen. Frauen, denen eine Stille Geburt bevorsteht, haben jedoch auch ein Recht auf einen Kaiserschnitt. Wenn eine Mutter sich für einen Kaiserschnitt entscheidet, muss man das ebenso respektieren, wie wenn sie sich für eine natürliche Geburt entscheidet. Diese Entscheidung darf auch kein Arzt für sie übernehmen! Lasst euch nicht einreden, wenn ihr euch sicher seid, dass ihr euer Kind per Kaiserschnitt bekommen möchtet, dass dies nicht möglich ist. Hier müsst ihr nur das richtige Krankenhaus finden.

Auch wichtig zu wissen ist, dass wenn ihr euer Baby in einem sehr frühen Stadium der Schwangerschaft verliert, ihr nicht unbedingt eine Ausschabung vornehmen lassen müsst. Ihr könnt im Krankenhaus auch die natürliche kleine Geburt einleiten lassen bzw. warten, bis von selbst Wehen kommen (Wenn es der Mutter körperlich gut geht). Dies solltet ihr am besten mit eurer Hebamme/ eurem Gynäkologen besprechen. Doch wenn der Wunsch da ist, bleibt hartnäckig! Viele Mütter sagten nach ihrer Ausschabung, dass sie sich dazu haben drängen lassen. Ihr habt jedoch genug Zeit um euch alles in Ruhe zu überlegen. Es ist wichtig, dass ihr erst einmal diese schlimme Nachricht etwas sacken lasst und nicht sofort versucht, alles hinter euch zu bringen. Meist ändern sich die Gedanken an/ über euer Stilles Wunder, wenn man die Panik ausgestanden hat und sich in Ruhe alle weiteren Schritte überlegt. Wenn ihr euch für einen Erfahrungsbericht einer betroffenen Mutter interessiert, kann hier weitergeleitet werden. Viele Frauen sind der Meinung, dass wenn man sein totes Baby im Bauch hat und es dort noch eine Weile behält, sich Leichengift entwickelt. Das ist nicht der Fall. Wenn es dir körperlich gut geht, ihr kein Fieber habt und keine Blutungen auftreten, die Fruchtblase geschlossen ist, so das keine Infektionsgefahr besteht, so könnt ihr euch, nach Absprache mit eurem Gynäkologen, in Ruhe von eurem Stillen Wunder verabschieden und die Zeit in Anspruch nehmen, die für euch wichtig ist. In manchen Fällen ist jedoch auch nach einer natürlichen Geburt eine Ausschabung des evtl. überschüssigen Plazentagewebes notwendig.

Wenn ihr den Wunsch habt, euer Kind beim „gehen lassen“ in Mamas Bauch zu begleiten, so könnt ihr dies mit eurem Gynäkologen abklären. Dies kann per Ultraschall mitverfolgt werden. Zudem könnt ihr euch auch noch ein letztes Ultraschallbild eures Kindes verlangen.

Kliniktasche vorbereiten

Bei eurem Sternenkind kann euch voraussichtlich niemand sagen, wann es zur Welt kommen wird. Deshalb ist es gut, wenn man schon recht früh mit dem packen seiner Krankenhaustasche beginnt, sodass sie im Fall der Fälle schon bereit steht.

  • Ihr könnt eine Liste aller wichtigen Telefonnummern vorbereiten und diese mit in die Krankenhaustasche legen, damit die Ärzte/ Hebammen, aber auch man selbst etwas zur Hand hat, falls Komplikationen auftauchen. Denn wenn es hektisch wird, behält man meist keinen klaren Kopf.
  • Falls es absehbar ist, dass du allein zur Entbindung gehen musst, organisiere dir im Vorfeld jemand als Beistand. Was dir bevorsteht ist gleichzeitig wunderschön und unfassbar schmerzhaft, niemand sollte das allein durchstehen müssen.
  • Ihr könnt für euer Baby Kleidung und Öl besorgen, die es nach der Geburt angezogen bekommt, bzw. mit dem es eingesalbt werden kann (von euch, den Hebammen oder den Seelsorgern; das sprecht ihr am besten mit ihnen ab, wenn es soweit ist).
  • Ein Handy oder eine Kamera für Bilder und Videoaufnahmen mit in die Tasche packen. Auch wenn es einem für die kurze, bevorstehende Zeit mit seinem kleinen Wunder unpassend erscheint, dass man diese Aufnahmen von ihm macht, so kann es im Nachhinein eine der schönsten Erinnerungen für die Zukunft sein.

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