Wochenbett und Rückbildung

Sorge für Sternenmamis

Hier möchten wir noch einige Dinge erläutern, von denen wir denken, dass sie für jede Sternen-Mami interessant sein können. Hierbei unterstützt uns meine damalige Hebamme und gelernte Kinderkrankenschwester Manuela Schmelzle sowie Frau Scholz, Fachanwältin für Patientenrecht von der Kanzlei Quirmbach und Partner.

Wochenbettbetreuung und Hebammenberatung

Nach einer stillen Geburt hat man ebenso Anspruch auf Hebammenhilfe wie nach einer Lebendgeburt. Dies bedeutet, das man die aufsuchende Wochenbettbetreuung, den Erstbesuch nach der Geburt, sowie die Hebammenberatung in Anspruch nehmen darf. In größeren Kliniken werden oft auch Abortsprechstunden (oder auch „Sozialsprechtunden“ genannt), die zum Teil in Kooperation mit anderen Fachdisziplien zusammenarbeiten, angeboten. In diesen Sprechstunden werden chromosomale, anatomische, hormonelle, infektbedingte etc. Veränderungen abgeklärt. Dies ist ein Versuch, die Ursachen für einen oder mehrere stattgefundenen Aborte herauszufinden. Hier sollte man vorher mit den jeweiligen Personen besprechen, wer die Kosten dafür übernimmt, sollte es nicht ehrenamtlich angeboten werden. Im Zweifelsfall kann man auch immer mit seiner Krankenversicherung sprechen.

Abstillen

Die Ärzte empfehlen (oder geben einem diese Medikamente einfach ohne etwas zu sagen), am liebsten die Abstilltabletten. Sie hemmen die Ausschüttung des Hormons Prolaktin, das für die Bildung von Muttermilch verantwortlich ist. Aufgrund zahlreicher Nebenwirkungen sind die Medikamente jedoch sehr umstritten. Ich selbst (Franzisca) habe damals welche auf Wunsch bekommen. Auch hier muss jeder selber wissen, was er für sich möchte. Wir finden es jedoch wichtig, dass man darauf hingewiesen wird, dass es auch andere, natürliche Möglichkeiten gibt, abzustillen. Diese Methode umfasst die Homöopathie und die Kräuterheilkunde. Wendet euch am besten an eine Stillberaterin, eure Hebamme oder an euren Gynäkologen. Denn jedes Fachpersonal hat auch in diesen Bereichen seine eigenen Tipps und Vorgehensweisen.

Mutterschutz

Mutterschutz ist ein gesetzlich geregelter Begriff, der der Mutter und dem Kind vor und nach der Entbindung Schutz bietet. Diese Regelung tritt bei Mütter die gesetzlich Versichert sind, sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Entbindung ein, werdende Mütter die Früh- und Mehrlingsgeburten haben, dürfen bis zum Ablauf von zwölf Wochen nach der Entbindung gar nicht beschäftigt werden. Bei medizinischen Frühgeburten und bei sonstigen vorzeitigen Entbindungen verlängert sich die Mutterschutzfrist nach der Geburt um die Tage, die vor der Entbindung nicht in Anspruch genommen werden konnten. Selbstständige sollten eine extra Versicherung abschließen, damit sie Geld in Anspruch nehmen können (Vergleich: www.bmfsfj.de).

Wenn Frauen in die schlimme Situation kommen, dass sie ihr Baby wieder hergeben müssen, werden sie auch heutzutage immer noch viel zu schnell aus dem Krankenhaus entlassen bzw. bekommen wenig bis keine weitere angemessene Unterstützung von Seiten der Hebammen und Ärzte. Hier möchten wir euch mitteilen, dass ihr auf Nachsorge von Hebammen, Ärzte (gynäkologische Nachsorge nach spätestens 6 Wochen) sowie Stillberaterinnen Anspruch habt. Fragt bei den genannten Personen oder bei eurer Krankenkasse nach. Auch ist dies für die psychische und körperliche Heilung sehr wichtig und es wird leider viel zu oft unterschätzt, dass Mütter sich Zeit nehmen/ Zeit lassen sollten. Ihr dürft euch gerne Aufgaben von Angehörigen oder Freunden abnehmen lassen und Hilfe von außen annehmen. Fragt bei eurer Hebamme oder der Krankenkasse nach, ob ihr eine Zeit lang eine Haushaltshilfe bezahlt bekommt, falls dies nötig ist. Es ist keine Schande, wenn man solch eine Hilfe in Anspruch nimmt, sondern hilft euch bei eurer Genesung, so dass ihr bald selbst wieder alles organisieren und schaffen könnt.

Manche Sternenmütter erleben, dass sie sich selbst – ihren eigenen Körper nicht mehr annehmen können und sich dies auch nach einiger Zeit nicht ändert, oder dass man nicht mehr weiß, wie man sein Leben weiterleben kann. Zu Beginn der Trauer kann diese Reaktion/ diese Verhalten dazugehören und muss nicht direkt als „Warnsignal für psychische Störungen gedeutet werden. Sollte sich das Verhalten jedoch verfestigen und solltet ihr euch nicht mehr ansehen können, so ist es an der Zeit, dass man sich darüber Gedanken machen muss, ob man sich psychologische Hilfe holt. Auch hier ist es überhaupt keine Schande, wenn man diese Hilfe braucht. Es ist wunderbar, dass wir so viele Hilfsangebote wahrnehmen können und unser Leben dadurch wieder lebenswerter machen können. Mehr dazu findet ihr hier.

Rückbildung

Wenn man Mama eines Sternenkinds ist, findet man die Vorstellung, einen Rückbildungskurs zu belegen, meist sehr grausam und unvorstellbar. Was verständlich ist, da wir uns in dieser Situation nicht mit anderen Müttern auseinandersetzen möchten, da diese ihr Baby im Gegensatz zu einem selbst, behalten durften. Es gibt jedoch die Möglichkeit, diese Situation mit seiner Hebamme zu besprechen. Der Gynäkologe kann auch auf Wunsch ein Rezept zur Rückbildung ausstellen. Dies könnt ihr bei eurer Hebamme oder in einer physiotherapeutischen Praxis einreichen und dort einen Einzelkurs belegen.

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